Bauchgefühl

Hörst du immer auf dein Bauchgefühl? Ich nämlich nicht - viel zu oft funkt mein Kopf dazwischen. Dann schaltet sich mein rationaler Verstand ein und mein Gewissen erhebt seine Stimme, die Folge mein Bauchgefühl wird unterdrückt und kommt nicht zum Zuge. Obwohl ich es eigentlich oft spüre, handle ich nicht danach. Bei mir betrifft es meistens Entscheidungen, die mir in irgendeiner Weise Angst machen – solche Entscheidungen, die gefühlt entscheidende Konsequenzen nach sich ziehen. Besonders in solchen Momenten vertraue ich meiner Intuition nicht und ordne meine Gefühle lieber den rationalen Fakten, die mir mein Gehirn oft ohne zu fragen direkt ausspuckt, unter. Im Nachhinein führte es dann schon mal dazu, dass ich dann nach einer Weile merkte, dass ich auf meine Vibes hätte hören müssen.

Folge deiner Intuition

Übertragen hieße das, dass ich eigentlich die richtige Antwort schon kannte, aber doch lieber die falsche ankreuzte - lieber die sichere Variante wählen, die nicht angsterfüllt ist oder großen Mut erfordert. Kennst du das auch?

In solchen Momenten bleibe ich dann nicht bei mir und handle dementsprechend, sondern handle so, wie ich denke den Erwartungen gerecht zu werden. Jetzt muss ich selbst schmunzeln, dass ich geschrieben habe „ich denke“,... das sagt ja schon einiges – anstatt in mich hinein zu hören, zermahlen meine Gedanken lieber alles bis auf den letzten Krümel. Als Resultat bekommt mein Gewissen gegenüber der Umwelt mehr Gewicht, als mein Gewissen gegenüber mir selbst.


Vor Kurzem habe ich gelesen, dass der Darm auch als „zweites Gehirn“ bezeichnet wird, da die Wirkstoffe, Rezeptoren und der Zelltypus wohl identisch sind. Einige dieser Substanzen beeinflussen auch unsere Stimmung und unser Empfinden, also zeigen die Daumen nach oben oder unten. Das bedeutet ja, dass auch wissenschaftlich vieles dafür spricht, dass die Intuition im Bauch bzw. vielmehr Darm sitzt. Sollten wir dann nicht viel öfter auf sie hören?


An sich ist es doch auch ein Privileg eine Art eigenen Kompass in sich zu haben, der uns den Weg zeigt. Für mich persönlich ist es nicht das schwierige den Kompass zu lesen und den Weg zu kennen, sondern den aufgezeigten Weg zu gehen.

Um keine wertvolle Zeit zu verlieren („wenn ich irgendwann wieder sage, hätte ich es bloß anders entschieden, ich wusste es ja eigentlich“) will ich anfangen zu versuchen meine Vibes direkt ernst zu nehmen und mich danach zu richten.

Was kann im Grunde passieren? Niemand kann zwar eine getroffene Entscheidung rückgängig machen, aber jeder kann immer wieder neu handeln bzw. neue Wege einschlagen. Daher lässt sich eigentlich auch das Risiko minimieren. Vielleicht fange ich nicht gleich mit großen, wichtigen Entscheidungen an, sondern übe mich erstmal in alltäglichen kleinen Dinge. Ich kann mir vorstellen, je öfter man auf seinen inneren Kompass vertraut, desto stiller wird der Verstand und die Stimmen von oben – mit Sicherheit wird auch der Weg einfacher. Und das aller Wichtigste - du hörst auf DICH und kannst es DIR recht machen und kannst stolz auf ein reines Gewissen dir gegenüber sein.

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